Haus / Lage

Geschichte Hegi (heute Winterthur-Hegi)

Als Wahrzeichen des Dorfes Hegi nimmt das Schloss den "Hegi" für sich in Anspruch. Die Ortschaft stand und steht immer wieder im Schatten des ehemaligen Adelssitzes. Es ist kaum ein Zufall, dass die Geschichte von Burg und Burgherren weit besser überliefert und bekannt ist als die des Dorfes, dessen Name auf die Bezeichnung "Hag" oder "Hecke" zurückgeht, was im Althochdeutschen "schützende Umzäunung" bedeutet. Der Begriff "Hegi" taucht 1225 erstmals in den schriftlichen Quellen auf und ist eng mit dem Schicksal der Herren von Hegi verknüpft, die bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1493 die Burg ihr Eigen nannten. Das Dorf hingegen erscheint ab Beginn des 14. Jahrhunderts in den Schriftstücken und hat bis zur Zeit der Reformation mit der Burg wenig gemeinsam. Turm und Ortschaft bilden im Spätmittelalter getrennte Herrschaften - eine etwas befremdende Situation.

Das muss nicht immer so gewesen sein. Mit der Erwähnung von "Arlikon", einer heute verschwundenen Siedlung am Ohrbühl, findet das Gebiet von Hegi bereits 1180 in einer Urkunde der Grafen von Kyburg

Berücksichtigung. Die Grafen besassen bei Hegi Güter; zu ihren Gefolgsleuten zählen im 13. Jahrhundert auch die Herren von Hegi. Es ist deshalb denkbar, dass die Herren von Hegi für die Grafen herrschaftliche Aufgaben im Dorf ausgeübt und in dieser Funktion um 1200 den Turm errichtet, ihren Einfluss aber später eingebüsst haben. Im 14. Jahrhundert gehört die Vogtei über das Dorf Hegi den Habsburgern, die ihre vermutlich von Kyburg ererbten Rechte in Hegi an andere Adelsfamilien verleihen, zuerst an die Schenken von Liebeberg, später an die Breitenlandenberger. Erst 1531 gelangte die Vogtei - wieder? - ans Schloss Hegi. Erinnern diese Vorgänge an komplexe herschaftliche Prozesse, die im Übergang vom Hoch- zum Spätmittelalter stattgefunden und als Resultat die merkwürdige rechtliche Trennung von Burg und Dorfzurückgelassen haben?

Schon früh findet Hegi das Interesse der "Historiker". In seiner 1547 gedruckten Beschreibung der Eidgenossenschaft führt der Zürcher Chronist Johannes Stumpf das "Schloss oder Wäsen" auf. Um die gleiche Zeit schildert der Zürcher Reformator Heinrich Bullinger in Anlehnung an antike Vorbilder die "Histori" vom adligen Bauern: Der Herzog von Österreich sieht bei Winterthur einen Mann beim Pflügen und wundert sich über einen so schönen Bauern. Sein Hofmeister klärt ihn auf, dass dieser Mann der Freiherr von Hegi sei und am nächsten Tag den Habsburgern dienen werde - was auch geschieht. Auch Stumpf erwähnt Adlige, die sich von der Landwirtschaft ernähren. Bei Bullinger wirkt die Geschichte aber so stilisiert, dass sich der Reformator selber hinterfragt und als hauptpersonen nicht die Herren von Hegi, sondern die sagenhaften Freiherren von Hegnau identifiziert. Das sympathische Bild eines sich von eigener Arbeit ernährenden Adligen bleibt jedoch bis in die Neuzeit populär. Wer aber sind die Herren von Hegi?


...seit 1810

Am 31.8.2000 wurden die renovationsbedürftigen Bauernhäuser mit Schäunen, Kehlhof 4 & 6 aus zirka dem Jahre 1810, Grund-Fläche rund 1'700m2, von der Erbengemeinschaft Christian Stamm an Dave Anrig verkauft und überschrieben.

          

Restauration 2000 - 2008...

In den darauffolgenden Monaten, bzw. unterdessen Jahren, wurde der KEHLHOF laufend durch sanfte, stilgerechte Renovations- und Instandstellungsarbeiten saniert. Heute präsentiert sich der Kehlhof wieder in alter frische und ist ein Bestandteil des Idyllischen Dorfes in der Stadt Winterthur.